Gemeindliche Photovoltaik

G. Pfeiffer stellte die Zahlen der PV-Anlagen der Ortsgemeinde vor. Mit den installierten 30 kWp auf dem Gemeindezentrum wurden im Jahr 2014 32.800 kWh Strom erzeugt. Zur gleichen Zeit verbrauchten Gemeindezentrum und Kindergarten rund 58.000 kWh Strom. Bilanziell deckt die Gemeide also über 55% ihres dortigen Strombedarfs selbst. Der tatsächliche Eigenverbrauch lag bei 17.800 kWh. Dieser Strom wurde also zeitgleich erzeugt und verbraucht, während die restlichen 15.000 kWh eingespeist wurden. Der selbst verbrauchte Strom hätte bei Bezug aus dem Netz rund 4.000 € gekostet, für den eingespeisten Strom wurden rund 2.000 € vergütet. Damit erwirtschaftete die Anlage im Jahr 2014 über 10% ihrer Erstellungskosten. Ausgerichtet ist die Anlage nach Süd-Ost. Nächster Schritt ist nun die Überlegung, wie durch Batterien der Anteil des Eigenverbrauchs erhöht werden kann.

Saisonale Wärmespeicher

Prof. Dr. M. Fender hat die Wärmemenge eines Wasserspeichers berechnet. Saisonale Wärmespeicher werden in Deutschland schon seit über 15 Jahren genutzt und von der Forschung begleitet (Saisonale Wärmespeicher, Uni Stuttgart). Schon vor 15 Jahren konnten wirtschaftliche Speicher gebaut werden; die Materialwissenschaften bewegen sich zügig voran.
Schon bei den betrachteten Speichern konnten um die Jahrtausendwende in manchen Jahren über 600 MWh Wärmeenergie gerettet werden. Bei den angenommenen 7.000 kWh für ein Niederenergiehaus ließen sich 85 Einheiten damit beheizen. Die Wärmemenge würde in der Produktion ca. 30.000 € pro Jahr kosten. Die Kosten eines Speichers in dieser Größenordnung lagen bei 272.000 €. Nach ca. zehn Jahren hätte sich also der Speicher amortisiert und würde über die geschätzte Lebensdauer von 30 – 50 Jahren ordentlich Gewinn abwerfen. Die Ökobilanz ist zusätzlich ein Traum. Der Platzbedarf ist überschaubar: kreiszylindrische Form bei 13 m Innendurchmesser und 5 m lichter Höhe; hiervon würden 3 – 4 m unter der Erdoberläche liegen.
Mit passender Konfiguration kann die Anlage auch im Sommer die Häuser kühlen und Wärmeüberschuß zur Stromerzeugung verwenden (Stichwort: Sterling-Motor). Der Komfortvorteil in einer heißer werdenden Umwelt liefert ein weiteres Argument.

Stadtwerke Bad Kreuznach: Veranstaltung zum Stand der Energiewende

Am 27.11. nahmen K. Rother und T. Angermann an der Veranstaltung der Stadtwerke Bad Kreuznach zum Stand der Energiewende eingeladen und nahmen viele Eindrücke mit.

Erfreulich waren besonders die Ausführungen von Prof. R. Simon (FH Bingen): Mit dem virtuellen Kraftwerk und schlauer Laststeuerung können ohne nennenswerte Kosten beträchtliche Energiemengen „gespeichert“ werden. Die EWR baue ein Nahwärmenetz in Worms mit einer Amortisationszeit von 2,6a.  Mit Ökostrom könne auch in Überflußzeiten geheizt werden, auch wenn der Wirkungsgrad nicht perfekt sei. Problematisch seien die Gegensätze von markt- und netzgeführter Flexibilität. Aktuell würde die TSB sich mit der Ausstattung von Wohngebieten mit Nahwärme durch Wärmepumpen intensiv auseinander setzen.

1. Treffen AK regenerative Energien, Sprendlingen

Zunächst wurde ein Klimaschutzkonzept erstellt und anschließend wurde die Stelle des Klimaschutzmanagers geschaffen. Vorgestellte Themen waren z.B. die Verbrauchserfassung der gemeindlichen Liegenschaften, die bereits umgesetzte Nahwärmeversorgung von Förderschule und Gemeindehalle, Photovoltaik auf geeigneten gemeindlichen Dächern, die Gründungen der Rheinhessenenergie und der Energiegenossenschaft Rheinhessen, die Energiekarawane, die Umstellung der Beleuchtung auf LED´s, Teilnahme an Städtebauförderprogrammen (auch zur Beseitigung des innergemeindlichen Leerstands), Leitfaden für die Ausschreibung von Straßenlampen (abgeschlossen bis Ende September), Planung Windkraft (voraussichtlich keine) u.v.m.

In der anschließenden Sitzung des dortigen Arbeitskreises regenerative Energien wurde berichtet, dass nur konkrete Projekte die Energiewende voranbrächten.

Sitzung vom 04.06.2014

Die Sitzung wurde von Prof. Dr. M. Fenders Vortrag über die Verteilnetzstudie geprägt. Hervorzuheben ist die Kernaussage der Studie, die eine bilanzielle Vollversorgung aus erneuerbaren Energien für RLP bis 2030 für möglich erklärt. Die notwendigen Investitionen seien bei intelligentem Vorgehen um fast 50% zu reduzieren, wenn ein ganzheitlicher Ansatz gewählt werde. Der Vortrag nahm u.a. Bezug auf die 16 konkreten Empfehlungen an die Politik, die auf dem Weg zur Quasi-Autarkie notwendig seien. Als wichtigste Maßnahme aus seiner Sicht auf kommunaler Ebene nannte Herr Fender die Kontrolle über die gemeindlichen Gas- und Stromnetze und die Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung. Der zentrale Kritikpunkt aus dem Auditorium an der Studie war die dort gewählte Bedeutung der Technologie „Power-to-heat“, welche aktuell kaum eine Rolle spielt. Das Vortragsskript werde ich nach Erhalt dem AK zur Verfügung stellen. Herrn Fender danke ich besonders für die Bereitschaft auf die Fragen und Anmerkungen der Zuhörer einzugehen.

Fachtagung Emmelshausen

29.04.2014: G. Pfeiffer und T. Angermann nehmen an der Fachtagung in Emmelshausen mit dem Thema „Zusammenwirken regionaler Energieentwicklung und Landentwicklung“ teil.
Der AK erhält dort durch Landrat G. Eibes viele Informationen zur Energielandschaft Morbach und von Bürgermeister A. Schneider zur Energie + – Gemeinde Külz. In Külz begann die Energiewende mit der Verpachtung von gemeindlichen Flächen an die Aufsteller der 1. Windkraftanlagen. Die Erträge wurden kontinuierlich genutzt, um in PHotovoltaik, das erste und inzwischen auch das zweite Nahwärmenetz zu investieren. Inzwischen ist Külz zu über 100% strom- und wärmeautark. Die Vorträge waren initial für die späteren Besichtigungen.