3.Vortrag: Balkon-Photovoltaik-Anlagen (Steckdosenmodule) vom 28.06.2017

Herr Dipl.-Ing. Wolfgang Müller stellte seine Firma SIZ kurz vor, die seit 25 Jahren im Bereich Umwelttechnik projektiert, verkauft und baut. Es geht um heizen, kühlen, lüften und Solaranlagen, Blockheizkraftwerke (BHKW), Kraft-Wärme Kopplungen (KWK), Pelletheizungen usw. .H.Müller sieht in naher Zukunft eine autarke Energieversorgung für Ein- und Mehrfamilienhäuser kommen.

 

Die Photovoltaik-Steckdosen-Module von H.Müller speisen die PV-Leistung über den angebauten Wechselrichter in eine haushaltsübliche 230V-Schuko-Steckdose ein. 250W Spitzenleistung ist ein gängiger Wert bei 1,6m*1m Fläche incl.Rahmen. Man kann auch einen größeren Wechselrichter nehmen und 2 Module anschließen für eine Summenleistung von 500W. Noch mehr Module sind technisch einsetzbar, aber dann würde man die Bagatellgrenze überschreiten und müßte die Anlage vom Netzbetreiber genehmigen lassen, einen teuren 2-Richtungs-Stromzähler kaufen usw und darf den Strom für 12,2Ct/kWh ins Netz liefern. Ein Anmelden der kleinen unter 600W liegenden Anlagen wird vom Netzbetreiber gewünscht, damit er besser planen kann.

 

Mit Bildern von Beispielen zeigte H.Müller wie einfach die Montage seiner PV-Module ist. Es ist keine Elektro-Fachkraft nötig, aber ganz so unbekümmert sollten die größeren 500W-Geräte eigentlich nicht benutzt werden. Wenn die Leitung der Einspeisesteckdose nicht ausschließlich für das Modul da ist, sondern noch andere Verbraucher an der Leitung liegen, ist theoretisch und vorschriftenbedingt ein Auswechseln der 16A-Sicherung der Leitung gegen 13A nötig, weil sonst eine 1,5qmm-Leitung möglicherweise, eventuell, zeitweise und abschnittsweise auf 18A Stromfluß kommen könnte. Sollten 2,5qmm Leitungsquerschnitt und 16A-Sicherung vorliegen, so gibt es keine Probleme. Ein Auswechseln der Sicherung im Hausanschlußkasten und auch das Finden der richtigen Sicherung sollte einem Fachmann überlassen bleiben. Vorsichtige Menschen empfehlen den Austausch der Schuko-Steckdose gegen eine Spezial-Steckdose, die für einen Stecker mit Isolierhüllen um jeden Pol geeignet ist. Dadurch wird der Stecker des Wechselrichters des PV-Moduls berührungssicher und ein Stromschlag sicher vermieden. Dies ist aber auch durch das Wechselrichterprinzip gewährleistet. Er kann erstens nur arbeiten, wenn die Netzspannung vorliegt und zweitens ist er durch ein Relais vom Stecker getrennt bis zur Einschaltung nach Prüfung der Netzspannung.

 

Viele Fragen gab es zur Summenbildung der Leistung im Stromzähler. Alte mechanische Zähler arbeiten korrekt, also saldierend. Wenn eine der 3 Phasen des Hausanschlusses Leistung ins Netz abgibt, erfolgt eine korrekte Subtraktion von der Bezugsleistung der anderen Phasen. Wegen einer oft vorhandenen Rücklaufsperre funktioniert dies allerdings nur solange wie der Stromverbrauch im Haus überwiegt. Es kam die Frage nach der Arbeitsweise der elektronischen Smart Meter (Stromzähler) auf. Die könnte man ja zwangsweise einbauen müssen, nachdem man die PV-Anlage angemeldet hat. Es konnte nicht geklärt werden, ob die Smart Meter auch saldierend arbeiten. Datenblätter dazu gibt es nicht, aber Gebührenordnungen.

 

Zur Wirtschaftlichkeit rechnete H.Müller zu einer 500W-Steckdosenmodul für etwa 1000,-Euro Kaufpreis vor, daß der Jahresertrag etwa bei 500kWh liegt und dies 500kWh*29,2Ct/kWh=146€ einbringt für den selbst genutzten Strom. Den liefert man ja nicht an die Netzbetreiber, sondern an die Verbraucher im Haus. Das kann man als einen Zinsertrag von 14,6% ansehen oder einfach gerechnet auf eine Amortisationszeit von 6,8 Jahren kommen. Danach beginnt die Gewinnphase von 18,2 Jahren, da mit 25 Jahren Betriebszeit gerechnet werden kann. Erfahrungsgemäß liegt die Tag und Nacht vorliegende Grundlast für ein Einfamilienhaus bei etwa 200W. Diese können am Tage vom Steckdosenmodul geliefert werden. Im Jahr ergibt das 200W*24h*365=1752kWh. Dieser Wert wurde vom Zuhörerkreis bestätigt, wobei allerdings auch 1200kWh zur Sprache kamen.

 

Zusammen mit einem vorgestellten 1kWh-Akku können die Steckdosenmodule auch für Camping und Wochenendhäuser eine autarke Stromversorgung liefern ganz unabhängig vom Netz.

P.S.

Prof. Fender merkt an, dass SmartMeter z.Zt. mit Vorsicht zu genießen seien:

Falls Sie Argumente gegen den Einbau von Smartmetern suchen:

In der Zeitschrift „Photon“ vom Juni 2017 wird im Aufsatz „ „Auf die Spitze getrieben“ von Meßfehlern von Smartmetern berichtet, die bis zu 582% erreichten. Da das so unglaublich ist, wird wiederholt: Die Anzeige wich um bis zum 5,82-fachen vom realen Wert ab. Dies stellten die Uni Twente und die Hochschule Amsterdam fest, wenn elektronische Verbraucher oder getaktete Verbrauchsgeräte  vorlagen. Wechselrichter von PV-Anlagen führen auch zu Meßfehlern oft zugunsten des Netzbetreibers. Vermutlich liegt das bei fast allen Firmen am Meßverfahren, das Firmengeheimnis ist und an leitungsgebundenen Störungen im Frequenzbereich von 2kHz bis 30kHz durch Haushalts- und Leistungselektronik.

Die alten elektromechanischen Zähler mit Ferrariszählwerk (mit Zählscheibe) arbeiten einwandfrei. Das habe ich früher auch festgestellt beim Vergleich mit elektronischen Wattmetern in der Preisklasse von DM 20.000,- und eisenfreien Wattmetern ULD-a der Klasse 0,5 (0,5% genau).

Weitere Informationen von manfred.fender@t-online.de.

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